Morgenmeditation
- Judith

- vor 3 Tagen
- 3 Min. Lesezeit
Morgenmeditation mal anders und ja, das ist Blondie - mein Pyjama! Sorry :-))
Aber am Morgen muss ich einfach sofort und ohne links und rechts, aus den Federn und rein in die Meditation, sonst wird das nix!
Und übrigens habe ich manchmal auch gar keinen Bock auf 30 Min. still sitzen! Dann ist es mir ein Greuel mich zu zwingen still da zu sitzen und meinen lauten Gedanken zu zuhören oder eben nicht zu zuhören.
An solch einem Morgen muss eine Alternative her.
Meine Lieblings Meditation ist die Tanzmeditation. 5 Rhythmen, Soul Motion oder die Movement Practice die ich aus meiner Esalen Massage Ausbildung kenne. Aber am Morgen um 4:30h? Da hätten meine Nachbarn sicher keine Freude wenn ich ihnen in der Früh auf den Köpfen herumtanze... Das Mantra singen praktiziere ich eigentlich auch nur, wenn alle schon das Haus verlassen haben, räusper......
"Mölele"* ist jetzt genau das Richtige!
Auf Insta habe ich eine Psychologin entdeckt. Leider finde ich sie nicht mehr, sonst hätte ich sie dir wärmstens empfohlen. Sie verschickt kostenlos ein Video in der sie Schritt für Schritt erklärt wie "Mölele" das Nervensystem beruhigen und es sich neue Wege bahnen kann. Neurobiologisch hat sie es erklärt wie Nervenzellen, Nervenstränge, Synapsen, sich neu vernetzen können.
Dazu muss ich aber noch sagen, dass ich leider auch nicht mehr so ganz genau weiss, wie das so ganz genau geht. Ich mölele einfach nach meinem Gusto und wie ich es noch in Erinnerung habe. 30 Min. still und achtsam mölele das ist mein Wunsch. Das Bild auf dem Video entstand in ca.30 Min..
Ich mölele sehr gerne, bzw. ich würde sehr gerne zeichnen können. Diese Gabe wurde mir leider nicht geschenkt und das über das frühkindlichen mölele hinauswachsen ist mir (noch) nicht gelungen. Das Gute an der MöleliMediation ist: man muss gar nix können, es ist fast wie ein vorgedrucktes Mandala ausmalen....
Das weisse Blatt vor mir, habe ich mit Klebeband abgegrenzt. Die ganze Seite zu füllen, würde Stunden dauern.
Bevor ich die Striche zeichne überlege ich mir ein Hauptthema (muss aber gar nicht sein. Es funktioniert auch ohne eine Absicht)
Wenn ich die senkrecht verlaufenden welligen Striche zeichne, überlege ich mir ca. 5 positive Sachen zu dem Hauptthema. Jeder Strich steht für eine Sache.
Die waagerechten welligen Striche symbolisieren die Dinge, die mich hindern, harzig sind, schwer fallen, die einfach nicht so gut laufen.
Sind die Striche erst mal gezeichnet, gibts ganz viele Ecken und Kanten zu sehen, nämlich überall dort, wo sich die senkrechten und waagerechten Striche treffen, die werden nun abgerundet, weich gezeichnet - rund gemacht.
Je nach Grösse des Bildes und Anzahl der Striche die gezeichnet sind, gibt es ganz schön viele Ecken und Kanten. Es braucht etwas Geduld, vielleicht auch Ausdauer. Je mehr ich die scharfen, eckigen Kanten abrunde, entstehen Rundungen, Kreise, Ovale und sonstige Formen.
Ich bin achtsam mit mir selbst während dem mölele und kann wahrnehmen wie ich ruhiger werde, in meinem Bauch wirds leichter, ein Seufzer entwischt - ich atme und zeichne weiter....
Sind die Ecken rund und weich gezeichnet, gehts an die Farben, so wie's grad kommt.
Ich schau mir das Bild an - welche Farbe kommt wo hin? Ich bin immer wieder erstaunt, dass ich (manchmal, nicht bei allen) ganz genau weiss, welcher Kreis welche Farbe haben soll.
Ist das Werk vollendet, lasse ich das Bild auf mich wirken. Manchmal entsteht ein inneres Bild und manchmal auch gar nichts.
Auf jeden Fall fühle mich ruhig, zufrieden und wach. Ich bin klar in meinen Gedanken, erfrischt im Geist, mein Atem fliesst - was will Frau mehr?
Guet mölele
Judith
*Mölele (schweizerdeutsch für Zeichnen wie es die Kinder tun - so ungefähr).




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