• Judith

Eine Liebeserklärung an die Atmung...

...ist der Titel von meinem momentanen Lieblingsbuch!

Als Atemtherapeutin kriege ich Stilaugen wenn ich so einen Buchtitel lese und bin trotzdem überrascht, wie schnell dann das verheissungsvolle Buch bei mir auf dem Nachttisch landet!

So ein paar von diesen "WoW" Büchern stapeln sich neben meinem Bett und warten darauf gelesen zu werden - aber nicht dieses! Jessica Braun beschreibt luftig, leicht, detailliert, gut verständlich (auch für mich, räusper) vom Dampf über der Ursuppe und wie der Atem auf die Erde kam, von der Physiologie und Pathologie des Atems über ApnoetaucherInnen, ApnoeschnarcherInnen, MeditiererInnen, StimmegebraucherInnen, SexarbeiterInnen und anderen Geschichten bis hin zu Atemübungen. Ihre spannenden Erfahrungsberichte und witzigen Anekdoten lässt den Leser staunen und schmunzeln.


Hätte es das Buch schon damals zu meiner Studienzeit gegeben, wären mir sicher viele "Liechtli" leichter aufgegangen. Nun ich will aber nicht hadern sondern froh sein, habe ich das Buch überhaupt entdeckt!


Seit letzen Post (und nicht nur) weisst du ja, dass ich Zitate liebe und wenn ich sie dann noch zu meinen eigenen umbaue, freut mich das meist bis in den kleinen Zeh! So mutieren die umgebauten Zitate manchmal auch zu meinen Mantra's, Motivationshilfen oder Gedankenstützen und manchmal finde ich sie so toll, dass ich sie für einen feinen, aussergewöhnlichen oder im Besten Falls zum Nachdenken anregenden Gruss an bekannte und unbekannte Leser ins Aussen schicke. Folgend hätten wir so ein Zitat, an dem ich rumgefeilt habe. Das Original lautet:

"Die Atemlosigkeit beim Sport: Sie ist nichts anderes als eine Liebeserklärung an das Leben."

Na ja, wenn ich mich beim joggen gerade abquäle empfinde ich Sport nicht unbedingt als eine Liebeserklärung!


Eine minikurze und subjektive Zusammenfassung aus dem Buch betreffend dem obigen Ziat:

Wer mindestens für 3 Stunden pro Woche in die eigene Ausdauer investiert, regelmässig und schwer atmend, lebt länger - falls nichts anderes dazwischen kommt. Selbst "coach potato's" die sich nun doch noch von den wechseljährlichen Beschwerden und/oder der Midlifecrisis gezwungen sehen etwas gegen die Schwerkraft und Depressionen zu unternehmen, können, wenn sie die nächsten 5 Jahre kontinuierlich das volle Sport Programm durchziehen, die eigene Leistungsfähigkeit bis zu 50% steigern....

Das ist doch mal ne Ansage des Sportmediziners Paul Haber. Gut, dann können wir daran arbeiten! Wir können noch etwas für uns tun! Es ist noch nicht zu spät! Juhui!!! ?


Nun gut, Sport! Drei Mal die Woche 45 - 50 Min. joggen schaffe ich. O.k. 2x und das dritte Mal nur wenn's nicht regnet oder so a....kalt ist! Aaaber was ich gerne mag, ist tanzen! Das geht immer!

Movement Medicine, Trance Dance sind meine Favoriten! Das ist Leistungssport mit Spassfaktor, Tiefgang, Psychohygiene, hilft loszulassen, ist transformierend, Schweiss treibend, Ketten sprengend und lässt mich in vollen Zügen atmen!


Ha! Da ist sie, die Liebeserklärung! Meine eigene Liebeserklärung an den Atem, an das Leben...

Frei sein und tanzen was ich fühle, was ich bin, was ich sein möchte, was ich sein könnte! Tanzen was ist! Atmend mich bewegen, im Rhythmus der Musik ausser Atem kommen und mich vom Atem bewegen lassen! Atembewegung - Atemrhythmus! Dem Atem Raum geben und ihm Ausdruck verleihen. Geschehen lassen. Mich vertrauensvoll tragen lassen wenn der Atem die Führung übernimmt. Atmend das Leben tanzen!


WOW! Ich staune selbst! Was für eine Liebeserklärung an meinen Atem!


Es ist nicht ganz so einfach Bewegung und Atmung in Einklang zu bringen. Den Atem bewusst zu zulassen ohne ihn beeinflussen zu wollen. Das braucht Übung (wie alles andere auch)! Wie schnell wird der Atem übergangen, gepresst und vergessen! Und doch durch einen Achtsamen Umgang mit dem Atem im Alltag z.Bsp. beim Staubsaugen, Kochen, im Büro am Bildschirm, im Gym, beim Tanzen oder gezielt mit Atemübungen, den Atem zu beobachten und zuschauen wie er reagiert. Was passiert mit meinem Atem wenn mein Liebster mit einem Blumenstrauss plötzlich vor mir steht? Wo ist mein Atem wenn der Chef-Chef mit ernster Miene und festem Schritt in meine Richtung eilt? Atmet es wenn ich gelangweilt an der Haltestelle auf den Bus warte?


Indem ich Achtsam meinen Atem im Alltag beobachte und bewusst wahrnehme, lerne ich nicht nur meinen Atemrhythmus kennen sondern auch unweigerlich mich selbst!


Drum habe ich mein Zitat erneuert...

So jetzt sitzt es! Was habe ich jetzt an dem "umedöckterlet"! Einen Atem-Gruss zum Nachdenken schicke ich dir...


breathe, love and happiness

Judith


Ah, übrigens! Wenn du an der Tramhaltestelle stehst und auf das Tram wartest (oder sonst irgendwo wartend) spiel doch mit deinem Atem. Das fällt gar nicht auf! Das kannst du einfach im Stillen für dich ausprobieren. Beobachte: wo nimmst du die Atembewegung wahr. Im Bauch? Im Rücken? In der Mitte oder Oben?

Verlagere dein Gewicht auf ein Bein, dann langsam auf das andere Bein wechselnd, hin und her schaukelnd.

Wie reagiert Dein Atem? Passt er sich der Bewegung an? Oder passt du die Bewegung deinem Atem an? Wo ist Atembewegung jetzt? Vielleicht fällt dir ja noch was anderes auf?


Ist dir immer noch langweilig? Oder einfach entspannt und gelassen? Ähm Vorsicht, sonst verpasst du noch das Tram....


...und noch was, das ist keine bezahlte Werbung im fall! Das Buch möchte ich allen Ateminteressierten wärmstens empfehlen - s'isch dr Hammr!


Atemgruss

Judith

© 2019 Judith Tschopp  Baslerstrasse 262  4123 Allschwil  Tel. 079 385 68 87  Sie akzeptieren Cookies wenn Sie weiter meine Homepage nutzen!

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